WANN SICH EINE HAUSRATVERSICHERUNG LOHNT

Könnten Sie es sich theoretisch leisten, auf einen Schlag die notwendigen Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände in Ihrem Haushalt neu anzuschaffen? Wenn Ja, dann brauchen Sie in diesem Fall keine Hausratversicherung. Und auch nicht, wenn Sie den Totalschaden für unwahrscheinlich halten und im Notfall einen Kredit für die Neubeschaffung aufnehmen können. Falls Sie diese Frage jedoch mit Nein beantworten, ist die Hausratsversicherung für Sie interessant. Das gilt insbesondere für den Fall, wenn Sie großen Wert auf die Qualität Ihrer Möbel und alle anderen Dinge Ihrer Einrichtung legen. Die Frage ist auch, wie viele Dinge Sie im Fall der Fälle zum Leben bräuchten. Die Höhe der Versicherungsprämien hängt stark von Ihrer Wohnfläche, vom Wohnort und den eingeschlossenen Zusatzversicherungen ab.

WAS VERSICHERT IST

Zum Hausrat gehören zum Beispiel Möbel, Haushaltsgeräte und Kleidung. Auch geliehene Gegenstände fallen unter den Schutz der Hausratversicherung. Die Einbauküche gehört zum Hausrat, wenn Sie die Küche eingebaut haben und sie auch wieder ausbauen können. Dies gilt auch für Laminat, das Sie als Mieter in der Wohnung verlegt haben. Bei Wertsachen erstattet die Hausratversicherung in aller Regel Beträge nur bis zu einer bestimmten Obergrenze. Die Versicherung deckt auch Schäden an privat genutzten Antennen und Markisen ab. Ob Gartenmöbel versichert sind und in welchen Ausmaß, ist vom Anbieter abhängig. Optional können Sie Ihr Fahrrad oder Glas mitversichern. Während eine Fahrradversicherung sinnvoll sein kann, rate ich in den meisten Fällen allerdings von einer Glasversicherung ab.

Police kontrollieren

Überprüfen Sie Ihre bestehende Versicherung. Es kann sich lohnen, eine neuere Police abzuschließen, die mehr Schadensfälle einschließt als Ihr aktueller Vertrag – und dabei eventuell sogar weniger kostet. Der Versicherungsschutz gilt nicht nur für die Wohnung oder das Haus samt Terrassen, Garagen und Anbauten. Er umfasst auch Kellerräume sowie privat genutzte Räume oder Garagen in der Nähe der Wohnung. Über eine Außenversicherung ist Ihr Eigentum sogar weltweit versichert, zum Beispiel Dinge, die Sie mit in den Urlaub nehmen. Damit die Versicherungsgesellschaft zahlt, müssen Brand, Explosion, Sturm und Hagel den Schaden verursachen. Bei Blitzschlag werden die direkten Folgen immer abgedeckt. Für Überspannungsschäden zahlen die meisten Versicherungsgesellschaften bis zu einer bestimmten Obergrenze. Zerstörungen durch Leitungswasser sind nur dann versichert, sofern das Wasser bestimmungswidrig austritt, das heißt zum Beispiel, wenn Ihre Waschmaschine ausläuft. Gestohlene Gegenstände ersetzen die Versicherungsgesellschaften nur bei Raub oder Einbruchdiebstahl. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass der Diebstahl unter Gewaltenwirkung stattgefunden hat. Im Jahr 2015 stieg die Zahl der Einbrüche in Deutschland um fast 10 Prozent an – bundesweit wurden über 167.000 Einbrüche gezählt.

DARAUF SOLLTEN SIE UNBEDINGT ACHTEN

Vermeiden Sie Unterversicherung Ihre Versicherungsgesellschaft ersetzt Schäden nicht in voller Höhe, falls die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt wurde. Eine Unterversicherung besteht zum Beispiel, wenn Ihr Hausrat 80.000 Euro wert ist, Sie aber nur mit 40.000 Euro versichert sind. Für einen Schaden in Höhe von 1.000 Euro würde die Versicherungsgesellschaft dann nur anteilig 500 Euro erstatten. Damit die Versicherungsgesellschaft dies im Schadensfall nicht überprüft, müssen Sie in der Regel die Wohnfläche mit 650 Euro pro Quadratmeter versichern. Machen Sie sich stattdessen lieber die Mühe und nutzen eine Wertermittlungstabelle – das kann bares Geld sparen.
 
Bewahren Sie die Kaufbelege auf Sammeln Sie die Kaufbelege Ihres Hausrates und heben Sie sie auf. Am besten, Sie dokumentieren Ihren Besitz außerdem über Fotos oder Videos. Sie sollten das nicht nur einmalig vor dem Abschluss der Versicherung machen. Wiederholen Sie regelmäßig die Dokumentation, besonders nach Neuanschaffungen. Bewahren Sie die Nachweise für den Fall eines Brands außerhalb der Wohnung auf, zum Beispiel indem Sie die Dokumente online speichern. Mit diesen Unterlagen können Sie den Schaden auch bei verlorengegangenen Gegenständen nachweisen.
 
Hausrat- und Gebäudeversicherung aus einer Hand – Hausbesitzer schließen ihre Gebäudeversicherung und die Hausratversicherung am besten bei ein und demselben Anbieter ab. So können sich nicht unterschiedliche Versicherer darüber streiten, wer von beiden einen Schaden begleicht. Solche Konflikte verzögern etwaige Zahlungen erheblich.

Melden Sie einen Umzug – Auch bevor der Schadensfall eintritt, haben Sie Pflichten gegenüber der Versicherungsgesellschaft. So müssen Sie Ihrem Anbieter einen Umzug mitteilen. Der Versicherungsschutz gilt auch für die neue Wohnung. Falls sie größer ist als die alte, wird es entweder automatisch teurer, oder Sie erstellen eine Wertermittlungstabelle, um nicht zu viel zahlen zu müssen. Während des Umzugs gilt der Versicherungsschutz für beide Wohnungen.
 
Melden Sie Gefahrenerhöhungen – Wird zum Beispiel ein Gerüst an Ihrem Haus errichtet, melden Sie es Ihrer Versicherungsgesellschaft. Denn dies erhöht die Gefahr eines Einbruchs. Falls Sie dies versäumen und ein Dieb bricht bei Ihnen ein, kann die Versicherung versuchen, die Zahlung zu kürzen oder gar zu verweigern. Auch wer sich länger nicht in seiner Wohnung aufhält, muss die Versicherung informieren. Denn auch Abwesenheit gilt als Gefahrenerhöhung. Ob das bereits nach sechs Wochen oder erst nach drei Monaten der Fall ist, hängt von Ihrem Vertrag ab.
 

Kontaktformular

Ihre Nachricht wird von den Systemen des Internetportales nicht gespeichert, sondern direkt an den Empfänger geleitet. Bei unrichtig eingetragenen Empfängeradressen erfolgt keine Nachbereitung.